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Yu. A. Klevtsov
Design-Engineering-Institut der angewandten Mikroelektronik,
Russische Akademie derWissenschaften. Sibirische Abteilung , Novosibirsk
(Submitted December 7, 1998) Opticheskij Zhurnal 67, 104-109 (February 2000)
The deficiencies of the popular mass-produced telescopes
of the Schmidt-Cassegrain design include their low aperture
ratio and narrow spectral range. The novel systems for Cassegrain
telescopes with a meniscus corrector proposed here are free
of these deficiencies. Two such systems are described: a
system with corrector lenses made from the same material
and a system with corrector lenses made from different materials.
The systems are technologically convenient (all the surfaces
are spherical) and are distinguished by small lens diameters
(down to 1/3 of the effective aperture), compactness, a
high aperture ratio (up to 1:6.5-1:7), high-quality aberration
correction, and a broad spectral range (400-900 nm), which
is sufficient for working with modern photographic materials
and CCD arrays. © 2000 The Optical Society of America. [S1070-9762(00)02002-9]
Vor mehr als 20 Jahren erarbeiteten die führenden amerikanischen
Hersteller Celestron und Bausch u. Lomb und ein wenig später
Meade, die Herstellung der Teleskope des Designs Schmidt-Cassegrain
mit einer Öffnung von 8-16 Zoll. Diese Firmen machten eifrig
ihre Entwicklung bekannt, versahen Kunden aber praktisch nicht
mit Informationen über die Eigenschaften und Möglichkeiten
der optischen Systeme in den Teleskopen, die sie herstellten.
In diesem Kontext weisen wir die Aufmerksamkeit des Lesers auf
die Schwierigkeiten hin, wenn man versucht, eine hohe Bildqualität
in einem Schmidt-Cassegrain System mit einer relativen Öffnung
größer als 1:10 erreichen.
Zuvorderst schließt die sphärochromatische Aberration
(sphärische und chromatische Aberration), die nicht prinzipiell
mit diesem Entwurf beseitigt werden kann, aus, einen spektralen
Transmissionsbereich von 400 bis 900 nm zu realisieren, der für
die Arbeit mit modernen isopanchromatische fotographischen Materialien
und CCD-Arrays notwendig ist. Zweitens schließen diese Systeme
mit einem hohen Öffnungsverhältnis wegen geringer Dezentrierungstoleranzen
der asphärischen Elemente, für die Großserienfertigung
kostspielig und aufwendig ist, die Transportfähigkeit des
Instrumentes aus, ohne aber die optische Qualität zu beeinträchtigen.
Vermutlich erhöhen aus gerade diesen Gründen die Hersteller
den Durchmesser des Sekundärspiegels in den Modellen mit
einer großen Öffnungszahl, dadurch verringern sie die
Aspherizität der Platte und die sphärochromatische Aberration,
die durch sie, sowie die Erweiterung der Zentrierungstoleranzen
der Elemente eingeführt wird. Jedoch wird dadurch gerade
gravierende zentrale Obstruktion eingeführt, die zu einem
Kontrastverlust führt, wenn feine Details der Himmelsobjekte
beobachtet werden. Wir unterstreichen daß in den 8 und 10-inch
Modellen der Schmidt-Cassegrain Teleskope, die vor kurzem von
Meade mit einer relativen Blendenöffnung von 1:6.3 eingeführt
wurden, die zentrale Obstruktion von 18,5% der Fläche der
effektiven Apertur des Systems erreicht, im Vergleich zu den 12%,
die durch die Beugungstheorie erlaubt wird. Solche Teleskope sind
unpassend für das Beobachten der Feinstruktur von Nebeln
und Low-Contrast-Details der Oberfläche von Mond und Planeten.
Wir vermerken auch, daß die relative Öffnung von
1:10 der meisten Modelle dieses SC-Systems für das Fotografieren
von schwachen, diffusen Objekten unzulänglich ist, für
die die Belichtungszeit einige Stunden erreichen kann, besonders
bei modernen Farbfilmen. Die relative Öffnung, die angegeben
wird, ist auch für das Erreichen des Grenzgrößenlimits
eines Teleskops mit einer angemessenen Verzögerungszeit (1-1,5
h) bei der Verwendung moderner fotographischer Schwarzweissmaterialien,
die erhöhte Empfindlichkeit bei verlängerten Belichtungen
aufweisen, unzulänglich.
Augenscheinlich sich bemühend, diese Beschränkung zu
überwinden, haben Hersteller den Weg des Ausrüstens
ihrer Teleskope mit Fokalreducer-Konverter genommen, die die relative
Öffnung des Teleskops von 1:10 bis 1:6.3 erhöhen und
aus positiv und negativ brechenden Bestandteilen bestehen, die
nach dem Primärspiegel des Teleskops vor dem Cassegrain Fokus
plaziert werden. Der Reihe nach ist jeder Bestandteil aus zwei
Linsen zusammengesetzt. Solch ein fokaler Konverter behebt die
Krümmung der Bildfläche, dadurch wird ein Gesichtsfeld
bis zu 1,4- 1.7° erzeugt, von dem mehr als die Hälfte für
die visuelle Beobachtung verwendet werden kann. Jedoch schränkt
solch ein Konverter den spektralen Arbeits-Bereich des Teleskops
ein, fügt zusätzliche Streuung und Lichtabsorption hinzu
und kann einen parasitären Hintergrund verursachen.
Um die Möglichkeiten für das Beseitigen der angezeigten
Mängel zu erforschen, wurde Aufmerksamkeit in der vorliegenden
Arbeit auf die wenig untersuchte Kategorie der optischen Systeme
von Argunov-ACME gerichtet. Diese Systeme, die entsprechend dem
Prinzip nach Cassegrain entworfen wurden, haben einige Designvorteile:
kleine Maße, ein Fehlen asphärischer Flächen,
die Großserienfertigung erschweren und Korrekturlinsen kleinen
Durchmessers (nahe 1/3 der effektiven Apertur des Systems).
Ohne in eine Diskussion über die Design-Grundzüge von
Argunov Systemen einzusteigen, unterstreichen wir nur, daß
der Mangel seines ersten Systems mit einem achromatischen Zweilinsenkorrektor
[1] sein großes Sekundärspektrum
ist, und der Mangel des Systems mit einem Dreilinsenkorrektor
ist die Kompliziertheit seiner Herstellung und der schmale Korrekturbereich
für den Restchromatismus. In seinem zweiten System [2]
mit einem afokalen Korrektor, der in einem kurzen Abstand vom
Sekundärspiegel plaziert wurde, war es nicht möglich,
den parasitären Hintergrund im geforderten Umfang, trotz
der guten Korrektur von Abweichungen zu beseitigen. Die gleichen
Mängel betreffen auch das System von ACME [3],
das eine Entsprechung des Argunov System[1] darstellt. Aus diesen
Gründen haben sich Teleskope nach Argunov nicht allgemein
durchsetzen können.
G.I. Popov war anscheinend das erste, der vorschlug, die Abweichungen
eines prefocalen Systems der sphärischen Spiegel durch einen
Meniskus zu beheben, der nahe dem Sekundärspiegel in den
doppelten Strahlengang [4] gelegt wurde. Jedoch
zeigten seine Untersuchungen, daß die Meniskusparameter
für das Beseitigen von Positionschromatismus und das Sicherstellen
der aplanatischen Korrektur des Systems unzulänglich sind,
und die Ausweichlösungen, die von ihm vorgeschlagen wurden,
hatten Koma, das prinzipiell, nicht beseitigt werden könnte.
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Fig. 1. Optical system of a telescope with a meniscus
corrector: 1-primary spherical mirror, 2-quasi-afocal meniscus,
3-negative lens with a reflecting surface. |
1974 nahm ich an Forschungen über ein ähnliches Systems
teil, hatte aber keine Informationen über Arbeit Popovs.
Eine quasi-afokale Meniskuslinse, die in den doppelten Strahlengang
nahe dem Sekundärspiegel gelegt wird, hat zwei freie Parameter,
wenn die Dicke festgelegt wird: die Kurvatur und die Differenz
zwischen den Radien. Aus diesem Grund kann die Korrektur von zwei
Abweichungen, nämlich von sphärischer Aberration und
von Koma durchgeführt werden. Weil die Differenz zwischen
den Radien klein ist, führt solch eine Linse nur sehr geringen
Positions- und Vergrößerungschromatismus in das System
ein. Da die freien Parameter des Meniskus bereits in das System
eingehen, ist der Ausgleich des Positionschromatismus offenbar
nur zu Lasten des Verzichts auf komplette Korrektur der Koma möglich.
Im Bemühen, diese Beschränkung zu überwinden, schlug
ich 1975 vor[ 5 ], einen Mangin Spiegel 3 aus dem gleichen Material
wie der Meniskus 2 zu verwenden, anstelle eines Sekundärspiegel
im System (siehe Fig.1). Solch ein reflektierendes Element macht
es möglich, ausgleichenden Positionschromatismus jeden Vorzeichens,
abhängig von dem Verhältnis zwischen seinen Radien,
in das System einzuführen.
Da der Wert des Positionschromatismus, der für den Ausgleich
benötigt wird klein ist, ist der Unterschied zwischen den
Kurvaturen der Oberflächen auch klein. So sollte der Mangin
Spiegel keine monochromatische Aberration in das System einführen,
die sich erheblich von der Aberration eines konvexen sphärischen
Spiegels unterscheidet, und die Bedingungen für aplanatische
Korrektur können im System offenbar erfüllt werden.
Die Theorie der Abweichungen in diesem System gibt vier mögliche
Alternativen für das Entwerfen eines Korrektors, von dem
das optimalste in Bezug auf die residuelle Aberration die Alternative
ist, in der die Form der Linse in Fig.1 durch die folgenden Eigenschaften
gekennzeichnet wird: Meniskus 2 ist quasi-afocal und negativ und
wird mit seiner konkaven Seite in Richtung zum Objekt der Beobachtung
gedreht; Linse 3 mit einer reflektierenden Oberfläche ist
negativ. Es sollte betont werden, daß wegen der identischen
Dispersion des Materials der Korrektorlinsen das Sekundärspektrum
des Systems extrem klein ist: im spektralen Bereich von 486,1
(f) bis 656,3 (c) nm ist es 170mal kleiner als in einem achromatischen
Refraktor und ungefähr 100mal kleiner als im System Argunovs
mit einem Zweilinsenkorrektor [ 1 ].
So war es nicht nur möglich, das Problem der Korrektur der
drei prinzipiellen Aberrationen erfolgreich zu lösen, und
auch den allgemeinen Mangel des Systems Argunovs zu vermeiden,
das auf den Einsatz unterschiedlicher Typen von Gläsern im
Korrektor besteht und dadurch ein großes Sekundärspektrum
erzeugt. Folgende Untersuchungen dieses Systems mit den Korrektorlinsen,
die einen kleinen Durchmesser von 1/3 der effektiven Apertur haben,
zeigten, daß die residuellen axialen Aberrationen im spektralen
Bereich von F zu C eine relative Blendenöffnung bis zu 1:8
erlauben, wenn ein Glas mit einem Brechungsindex, der 1,46-1,52
erreicht (fused Quarz, leichte Krongläser und Krongläser)
als Linsenmaterial eingesetzt wird. Wenn Glas mit einem Brechungsindex,
der bis 1,66-1,76 reicht (zum Beispiel, Glas TK21 oder superschwere
Krongläser) benutzt wird, kann eine relative Blendenöffnung
bis zu 1:7 im vorhin erwähnten Spektralbereich erreicht werden,
obgleich das Sekundärspektrum und der Vergrößerungschromatismus
sich etwas in diesem Fall erhöhen.
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Fig. 2. Secondary spectrum of alternative optical systems
with a meniscus corrector made from glasses of the following
types: 1-STK12. 2-K8, 3-STK12/SKF6, 4-STK10/TK21. |
Abbildung 2 stellt Plots des Sekundärspektrums dieses Systems
für die Spektralbereich von 365 (i) bis 1530 nm dar. Die
Korrektorlinsen wurden aus den Glassorten K8 und STK 12 gebildet.
Wie aus den Daten in Ref.5 folgt, kann ein System, wenn die relative
Öffnung 1:8 ist und im Spektralbereich von F zu C mit einem
K8 Korrektor arbeitet, eine effektive Apertur von 750 Millimeter
haben. Eine ausführliche Untersuchung der residuell axialen
Aberration von Systemen dieser Art zeigte, daß sie durch
die Korrektorlinsendurchmesser bestimmt ist (der letzte sollte
nicht weniger als 1/3 des Durchmessers der effektiven Apertur
des Systems sein) und durch die Korrektorvergrößerung
d.h. durch das Verhältnis des equivalenten Brennweite des
Systems zur Brennweite des Primärspiegels bestimmt werden,
der im Bereich von -3 bis -4 wegen der Designerwägungen liegen
sollte. Zusätzlich verringern sich die Restaberrationen des
Systems durch Zunahme des Brechungsindex des Materials, aus dem
die Linsen gebildet werden, sowie durch Zunahme der Stärke
des Meniskus. Übermäßig dicke Menisken sind nicht
wünschenswert, da sie beträchtlichen Vergrößerungschromatismus
einführen und zu viel Licht adsorbieren. Der Vergrößerungschromatismus
wird durch folgende approximierte Relation gegeben
wo ,
und
die Brechungskoeffizienten der Linsen für die Ränder
und die Mitte des Spektralbereichs sind; d2 ist die relative Stärke
des Meniskus (für
= 1); h3 und
sind die Lange Parameter, die normiert zu h1 = 1 und
= 1 berechnet werden und der relative Durchmesser der internen
Oberfläche des Meniskus und die Vergrößerung des
Korrektors ausdrücken. Berechnungen zeigten in der Praxis,
daß Ausweichlösungen in Form von Kompromissen in Bezug
auf die residuell axialen Abweichungen und den Vergrößerungschromatismus
in im Bereich der Werte für d2 von -0,006 bis -0,012 liegen.
Was die Art des Glases anbetrifft, bestätigt die Beziehung
(1), daß es am besten ist, Gläser mit kleiner Dispersion
( - )
und einem großen Brechungsindex
für den Korrektor zu benutzen und daß als Regel der
Vergrößerungschromatismus nicht 0,04-0,08% im Bereich
der Werte der freien Parameter des Systems übersteigt, das
oben zitiert wird und im spektralen Bereich von F zu C.
Die Restkoma ist ziemlich gut behoben und übersteigt nicht
0.6"auf einem Feld von 30' für eine effektive Apertur
des Systems von 200 Millimeter (1:7) und Kompromißwerte
der freien Parameter. Wenn
die relative Öffnung des Systems 1:8 - 1:10 ist, können
solche Werte der Restkoma in einem Feld bis zu 1° mit bereits
einem Korrektor erhalten werden, der aus Glas K8 oder aus geschmolzenem
Quarz gebildet wird.
Die Verzeichung übersteigt in den in Erwägung stehenden
Systemen nicht 0,01-0,02% in einem Feld bis zu 1°.
Der Astigmatismus und die Wölbung des Bildfeldes sind prinzipiell
in der Variationsbreite der freien Parameter des aufgezeigten
Systems nicht korrigierbar, aber sie sind ziemlich gering [5]
und ermöglichen den Gebrauch von einem 30' - 40' Feld für
die fotographische Arbeit. Wir beachten, daß es wegen der
Wölbung auch nicht möglich ist, ein größeres
Feld in den Teleskopen des Schmidt-Cassegrain Designs zu benutzen
(ohne einen Fokalkonverter).
Ein Mangel des betrachteten Systems ist der verhältnismässig
schmale funktionierende Spektralbereich (434,1-656,3 nm). Dieser
Mangel ist besonders wahrnehmbar, wenn die relative Blendenöffnung
bis 1:8 - 1:7 erhöht wird. Die residuelle sphärische
Aberration kann in diesem Fall auch nachgewiesen werden. Jedoch
ist die Hauptursache der Schwierigkeiten, wenn der Spektralbereich
bis 400-900nm erweitert wird, der Restspherochromatismus und zu
einem geringeren Grad das Sekundärspektrum.
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Fig., 3. Residuelle axiale Abberation (a-longitudinal,
b-Welle) eines Systems mit einem Korrektor Gläser STK
12/KF6 Paar (200 Millimeter, 1:7).
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Eine bedeutende Erweiterung der Möglichkeiten des Systems
wird erzielt, wenn Gläser unterschiedlicher Arten verwendet
werden [ 6 ], die in der Dispersion ähnlich sind, sich aber
erheblich im Brechungsindex unterscheiden. Eine Untersuchung der
Möglichkeiten, die durch dieses Design erzeugt werden zeigte,
daß eine Abnahme des Brechungsindex der reflektierenden
Linse zusammen mit der Korrektur der residuellen sphärischen
Aberration es auch ermöglicht, die spherochromatische Aberration
über einen sehr ausgedehnten spektralen Bereich zu beheben.
Es wurde für einen Meniskus-Brechungsindex gefunden, der
ungefähr 1,7 ist (ein super schweres Kronglas) das in hohem
Grade vollkommene Korrektur der residuellen axialen Aberration
im spektralen Bereich von 365-1530 nm erzielt wird, wenn der Brechungsindex
der reflektierenden Linse ungefähr 1,5 ist [ siehe Fig.3a].
Eine Abnahme des Brechungsindexes des Meniskus von dem angegebenen
Wert führt zu einer Abnahme des Brechungsindex der reflektierenden
Linse zu unrealistischen Werten oder engt den Bereich der möglichen
Typen von Gläsern so stark ein, daß es nicht mehr die
Gläser miteinschließt, die für den für Ausgleich
des Sekundärspektrums an den Rändern des angegebenen
Bereich geeignet sind und zur Verfügung stehen. Eine Zunahme
des Brechungsindex des Meniskus bis 1,74- 1,76 führt zu einer
Zunahme des Brechungsindex der reflektierenden Linse bis 1,66-
1,67. Jedoch, obgleich die Zusammenstellung der Gläser, die
verwendbare Dispersion haben, ziemlich klein ist, ist es möglich,
Gläser auszuwählen, die eine Abnahme des Sekundärspektrums
im Bereich 436-852 nm erzeugen. Folglich wird der optimale Wert
des Brechungsindex des Meniskusglases anscheinend auf 1,7 - 1,73
begrenzt. Im russischen Katalog der optischen Gläser gibt
es nur ein Glas mit einem Brechungsindex in diesem Bereich und
mit einem hohen Dispersionskoeffizienten, das übrigens verwendbare
technologische Parameter hat, nämlich Glas STK 12. Ein System
des vorhergehenden Designs mit einem Durchmesser der effektiven
Apertur von 200 Millimeter (1:7) wurde für dieses Glas für
Vergleichszwecke errechnet. Das Sekundärspektrum dieses Systems
(siehe Kurven 1 und 2 in Fig.2), im Bereich von F zu C ist ungefähr
zweimal so stark wie im System mit einem Korrektor, der aus Glas
K8 gebildet wird und erreicht einen bereits ziemlich wahrnehmbaren
Wert von - 10-4f ' an den Rändern des Bereichs 365-1530 nm.
Eine Untersuchung des Sekundärspektrums der Systeme mit
den Gläsern, die in der Dispersion ähnlich sind, zeigt,
daß sie in ziemlich guter Genauigkeit durch die folgende
empirische Abhängigkeit spezifiziert wird:

wobei das
Sekundärspektrum des Systems ist,
ist das Sekundärspektrum eines gleichwertigen Systems mit
einer reflektierenden Linse, das vom Meniskusmaterial gebildet
wird, ist
der Unterschied zwischen den relativen partielle Dispersion der
Gläser und k ein Koeffizient, der von den Designparametern
des Systems abhängt. Ein gleichwertiges System wird als eins
verstanden, in dem die Brennweite des Primärspiegels und
des Gesamtsystems als ein Ganzes, sowie alle Linsenstärken
und Luftspalte, identisch sind. Wenn die Spektrallinie e
(546,07 nm) als die Spitze der Kurve des Sekundärspektrums
genommen wird, kann der Unterschied zwischen den teilweisen Zerstreuungen
der Gläser
wie folgt ausgedrückt werden:

wobei die
aktuelle Wellenlänge ist. Die einzelnen und die doppelten
Hochstriche bezeichnen die Brechungskoeffizienten des Meniskus
und der reflektierenden Linse, respektive. Es sollte aus Gl.(2)
und Fig.2 unvermeidbar gefolgert werden, daß
die Verringerung des Sekundärspektrums innerhalb des gesamten
Wellenlängenbereichs verlangt, eine so glatt wie nur möglich
verlaufende Differenzenfunktion der relativen partiellen Dispersionen
der Gläser, die zu den Rändern des spektralen Bereichs
proportional ist zu erzielen, die zu entsprechenden Werten des
Sekundärspektrums des equivalenten Systems kompensiert ist.
Eine Analyse der relativen partiellen Dispersionen der russischen
Gläser, die einen Brechungsindex nah zu 1,5 haben, zeigte,
daß Glas KF6 zum Glas des Meniskus STK 12 bestens für
die Konstruktion der reflektierenden Linse geeignet ist. Ein Plot
des Sekundärspektrums eines Systems, das aus diesen Gläsern
besteht, wird in Fig.2 dargestellt (Kurve 3), woraus entnommen
wird, daß das Sekundärspektrum durch einen Faktor von
4,8 im Verhältnis zu dem gleichwertigen System in der nah-ultravioletten
Region und durch einen Faktor von 3,2 in der Infrarotregion verringert
wurde. Eine weiterere Zunahme des Brechungsindex des Meniskus
ermöglicht eine weiterere Zunahme des Öffnungsverhältnisses
des Systems, aber der spektrale Bereich verengt sich dadurch.
Ich erreichte eine relative Öffnung von 1:6.2 (mit einer
effektiven Apertur von 234 Millimeter) für die Kombination
der Gläser STKL 10/TK 21. Leider konnten in diesem System,
aus den Gründen,die aus dem Vorangehenden folgen, die residuellen
axialen Abberationen nur im spektralen Bereich von 436-852 nm
behoben werden (siehe Kurve 4 in Fig.2, die das Sekundärspektrum
für diese Kombination der Gläser ist).
Die residuell axialen Abweichungen des Systems mit einem Korrektor
im spektralen Bereich 365-1530 nm, der aus einem Paar der Gläser
STK 12/KF6 mit einer effektiven Apertur von 200 Millimeter (1:7)
gebildet wird, werden in Figs.3á und in 3b dargestellt.
Eine doppelte Korrektur findet auf der Achse des Systems statt:
innerhalb der effektiven Apertur gibt es zwei Schnittpunkte der
Längsabweichungskurven, eine auf dem Rand der Pupille und
eine ungefähr an 0.55D/2. Dieses führt zu einer ungefähr
zweifachen Abnahme der Wellenaberrationen in der sichtbaren Region
des Spektrums und zu mehr als sechsfacher Abnahme auf den Rändern
des Bereichs 365-1530 nm im Vergleich zu dem gleichwertigen System
mit den Linsen, die von einem einzelnen Material (STK 12) gebildet
werden. Es wird verstanden, daß sich die letztere Abnahme
auch auf die Schwächung des Sekundärspektrums bezieht.
Wie aus Fig.3b gesehen werden kann, kann auf der Achse des Systems
gearbeitet werden, ohne über den extrem ausgedehnten spektralen
Bereich 365-1530 nm neu fokussieren zu müssen. Gearbeitet
kann in einem Feld bis zu 30' über den sehr ausgedehnten
spektralen Bereich von 405-768 nm werden, das für die Verwendung
von modernen fotographischen Materialien und CCD-Arrays ziemlich
ausreicht, und in diesem Fall übersteigt der Vergrößerungschromatismus
nicht 0,18%, der bis zu 1.6"beträgt. Die Restkoma im
gleichen Spektralbereich und gleichen Bildfeld erreicht max. 1.3".
Was den Astigmatismus und die Wölbung des Feldes betrifft,
so unterscheidet sich das System, das gerade beschrieben wird
in dieser Hinsicht nicht vom System mit den Korrektorlinsen, die
aus einem einzelnen Material gebildet werden: auf der Oberfläche
der besten Bilder eines Feldes 30' übersteigt der Zerstreuungspunktdurchmesser
nicht 2".
Wo notwendig, können der Astigmatismus und die Krümmung
des Feldes durch den Einsatz eines Brennweitenkonverters in das
System behoben werden, wie es in den massenproduzierten Teleskopen
des Schmidt-Cassegrain Designs von Meade realisiert wird. Der
Konverter kann ein sehr einfaches Dreifachlinsendesign sein, das
Gesichtsfeld nimmt durchschnittlich auf 1.5° zu und die relative
Blendenöffnung erhöht sich bis 1:5.
Rigorose Schätzung der Bildqualität, die durch das
in Erwägung stehende System mit einer effektiven Apertur
von 200 Millimeter (1:7) realisiert wird und einem Paar STK 12/KF6
Korrektorlinsen auf der Grundlage einer Strahlanalyse mit Rücksicht
auf Obstruktion und Beugung in der Pupille erlaubt die Schlußfolgerung,
daß sogar ohne einen Fokalkonverter in der Fläche der
besten Lagebestimmung in einem Feld von 30' im Spektralbereich
von 405-768 nm der Durchmesser des Airy-Scheibchens, das 80% der
Energie des Lichtes enthält, das durch das System gesammelt
wird, nicht 28 µm übersteigt. Während
die relative Öffnung 1:7 ist, ist das vorgeschlagene Teleskopsystem
außergewöhnlich kompakt, d.h. übersteigt der Abstand
zwischen dem Primärspiegel und dem Korrektor nur etwas den
Durchmesser der effektiven Apertur.
Eine Untersuchung des Systems zeigte, daß keiner der Speckles
erster und zweiter Ordnung nahe der Filmebene fokussiert wird,
während im System Schmidt-Cassegrain die Flecke zweiter Ordnung,
die bekanntlich nahe der fokalen Fläche fokussieren, einen
wahrnehmbaren Halo um helle Sterne auf Fotographien erzeugen,
die durch Aspherisation und wirkungsvolle Antireflexionsbeschichtung
beider Oberflächen der Platte nur teilweise unterdrückt
werden können. Berechnungen der parasitären Beleuchtungsstärke
zeigen, daß die Flecke, die durch das System als zerstreuter
Lichtstrahl führen, im Wesentlichen harmlos sind. Während
der parasitäre Punkt erster Ordnung von der konvexen Oberfläche
der reflektierenden Linse in die Mitte zwischen dem Korrektor
und der Filmebene im System mit einem Einglastypenmaterial-Korrektor
fokussiert wurde, wurde er nahe dem Korrektor im System mit einem
Korrektor fokussiert, der von unterschiedlichen Glastypen gebildet
wurde. Solch eine Situation stellt ohne Zweifel sogar vorteilhaftere
Bedingungen für seine Unterdrückung dar, wenn eine Antireflexionsschicht
angewendet wird.
Praktische Arbeit mit experimentellen Teleskopmodellen zeigte,
daß sie beträchtlich weniger abhängig von Fehljustierungen
sind, als ihre reinen Spiegelentsprechungen, und quantitative
Schätzungen der Dezentrierungsaberration liefern den Beweis,
daß der zulässige Fehler, wenn die Mitte der Krümmung
des Primärspiegels zur optischen Achse des Korrektors verschoben
wird, 1,7-2mal grösser als im Design Ritchey-Chretien oder
Cassegrain mit gleichwertigen Parametern infolge des Fehlens asphärischer
Flächen ist.
So ist im Vergleich zu Teleskopen des Designs Schmidt-Cassegrain
und wie eine Analyse dargestellt hat, auch zu vielen anderen Teleskopdesigns
wie z.B. Cassegrain, Ritchey-Chretien und des Meniskus nach D.
D. Maksutov, das hier vorgeschlagene Teleskopdesign zum Erreichen
einer hohen Bildqualität über einen beträchtlich
ausgedehnteren spektralen Arbeitsbereich von 400 bis 900 nm mit
Werten einer höheren Öffnung von genähert 1:6.5-
1:7 mit allen implizierten Vorteilen fähig, die bereits oben
erwähnt worden sind. Kompaktheit, technologische Machbarkeit,
eine kleine Korrektorlinsengröße, ein Fehlen von parasitärem
Licht und verhältnismäßig großen Zentrierungstoleranzen
der Optik sind weitere positive Qualitäten dieses Systems,
infolge dessen es, meiner Meinung nach, eine ideale Grundlage
für ein massenproduziertes kleines Teleskop mit einem Durchmesser
der effektiven Apertur von 200 Millimeter oder mehr ist.
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Fig 4.
Experimentelles Modell eines Teleskops 300 Millimeter
(1:9.6) mit einem Meniskuskorrektor des ursprünglichen
Designs.

Fig. 5. experimentelles Modell eines
Teleskops 200 Millimeter (1:8.7) entwickelt unter der Anleitung
des Autors im Betrieb von Novosibirsk Instrument
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Ein experimentelles Modell eines Teleskops mit einem Durchmesser
der effektiven Apertur von 300 Millimeter (1:9.6) wurde
1980 konstruiert und geprüft [ 7 ]. 1987 wurde ein
ähnliches Instrument der nationalen Sternwarte Krasnoyarsk
übergeben (siehe Fig.4). Die Arbeit mit diesen Instrumenten
zeigte sich, daß sie Bilder von aussergewöhnlicher
Qualität ohne sichtbar wahrnehmbare Spuren eines farbigen
Halos in der Mitte oder auf den Rändern des Gesichtsfelds
liefern und die Beobachtung von feinen Low-Contrast Details
an den Bildern von Mond und Planeten ermöglichen.
Der Betrieb von Novosibirsk-Instruments führt momentan
Arbeiten zur Großserienfertigung des Systems durch,
das in Ref.5 mit einem Durchmesser der effektiven Apertur
von 200 Millimeter (1:8.7) beschrieben wird. Die Arbeit
über experimentelle Modelle der Instrumente bestätigte,
daß die Herstellung und die Justierung der Optik eines
solchen Systems unter den Bedingungen der Großserienfertigung
erheblich einfacher und preiswerter als die Herstellung
und die Justage der Optik für seinen Vorgänger
d.h. Meniskus-Cassegrain nach D. D. Maksutov ist. Die Maße
des Tubus des Experimental-Modells des Teleskops (Fig. 5)
zusammen mit dem Okular-Auszug übersteigen nicht den
zweifachen Wert der effektiven Apertur, und sein Gewicht
mit allen Zusatzgeräten (Sucher und -kamera) zählt
nicht mehr als 8,5 Kilogramm zusammen. Die Prüfung
des experimentellen Modells eines Teleskops dieses Designs
hat aussergewöhnliche Resultate erbracht.
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- P.P. Argunov, USSR Inventor's Certificate
No. 158697, Byull. Izobret., No. 22 (1963).
- P.P. Argunov, "Isochromatic
telescope designs with spherical optics." Astron. Vestn.
6 (1), 52 (1972).
- L.J. Richter, "New catadioptnc
telescope," Proc. SPIE 288, 33 (1981).
- G.I. Popov, "Isochromatic
mirror-lens designs of the Cassegrain type." Izv. Krymsk.
Astrofiz. Observ. 36, 273 (1967).
- Yu.A. Klevtsov, USSR Inventor's
Certificate No. 605189, Byull. Izobret., No. 16 (1978).
- Decision to issue a patent for the invention
described in application No. 96105080 with priority from March
10, 1996.
- Yu.A. Klevtsov, "Telescope
of novel design," Zemlya Vselen., No. 5, 92 (1991).
J.Opt.Technol. 67 (2), 176-180, February
2000
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